Umwelt und Natur

Weltnaturkonferenz Montréal: Eine Million Arten sind bedroht

Die Experten sind sich einig: Die Vielfalt der Arten ist überlebenswichtig für den Menschen. Die Weltnaturkonferenz im kanadischen Montreal versucht Wege zu finden, die Biodiversität zu bewahren.

Die Experten sind sich einig: Die Vielfalt der Arten ist überlebenswichtig für den Menschen. Die Weltnaturkonferenz im kanadischen Montreal versucht Wege zu finden, die Biodiversität zu bewahren. Ein Überblick über die wichtigsten Daten, auf deren Grundlage die Regierungen in Kanada verhandeln:

Zerstörte Flächen

Nur noch ein Viertel der Landfläche ist in ihrem natürlichen Zustand. Zu diesem Schluss kommen die Experten des Weltbiodiversitätsrats IPBES. Drei Viertel der Fläche hat die Menschheit demnach deutlich verändert, zum Beispiel durch das Roden von Wäldern oder die Umwandlung in Äcker. Die Ozeane sind zu 66 Prozent zunehmend menschlichen Einflüssen ausgesetzt und 85 Prozent der Feuchtgebiete sind bereits völlig verschwunden.

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Ein Drittel der Landfläche der Erde ist Berechnungen der Welternährungsorganisation FAO zufolge “mäßig oder stark geschädigt”. Es sei jedoch möglich und sehr effizient, diese Flächen zu sanieren, so der IPBES. Im März verpflichteten sich die Mitglieder des Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) in Abidjan, “die Wiederherstellung von einer Milliarde Hektar geschädigter Landfläche bis 2030 zu beschleunigen”. Über dieses Ziel wird auch auf der Weltnaturkonferenz verhandelt.

Bedrohte Arten

Von den schätzungsweise acht Millionen Tier- und Pflanzenarten auf der Erde sind laut IPBES eine Million vom Aussterben bedroht. Das sind über zwanzig Mal mehr als die 42.000, welche die Weltnaturschutzunion auf ihre Rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt hat. Die Liste bezieht jedoch nur jene etwa 150.000 Tiere und Pflanzen ein, für die solide wissenschaftliche Daten vorliegen.

Der Weltbiodiversitätsrat verweist jedoch darauf, dass selbst bei einer vorsichtigen Schätzung allein zehn Prozent der Insektenarten bedroht sind, was etwa 600.000 Arten entspricht. Das Aussterben von Bestäubern hat besonders gravierende Auswirkungen, denn drei Viertel der Pflanzen, von denen sich die Menschen ernähren, sind zum Gedeihen auf sie angewiesen.

Die Vielfalt in Flora und Fauna ist vor allem durch die Zerstörung von Lebensräumen bedroht sowie die Übernutzung von Flächen, den Klimawandel, die Umweltverschmutzung und die Ausbreitung invasiver Arten.

Wirtschaft und Natur

Mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsproduktes hängt von der Natur ab, wie das Weltwirtschaftsforum 2020 errechnete. Viele Wirtschaftsbereiche sind demnach beispielsweise auf eine funktionierende Bestäubung, gute Wasserqualität und die Kontrolle von Krankheiten durch die Natur angewiesen. Werden Ökosysteme zerstört, trifft das den Bausektor am stärksten, gefolgt von der Landwirtschaft und der Nahrungsmittel- und Getränkebranche.

Schädliche Subventionen

Die Organisation Business for Nature schätzt, dass weltweit pro Jahr rund 1,8 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) für Subventionen ausgegeben werden, die die Natur zerstören – das entspricht zwei Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes. 470 Milliarden Dollar an Subventionen für Landwirte führen den Vereinten Nationen zufolge zu “umwelt- und sozialschädlichen Preisverzerrungen”. In Montreal wird darüber diskutiert, solche zerstörerischen Subventionen um mindestens 500 Milliarden Dollar jährlich zu reduzieren.

sp/ju

© Agence France-Presse

Klaus Maresch

Klaus Maresch, von 1982 bis 2016 als Imker tätig, lebt mit Mann und Katzen und zahlreichen Bienen in Bonn. Nahm jahrelang am Bonner Weihnachtsmarkt mit dem Honighäuschen teil und schreibt seit 2012 nebenher unter dem Pseudonym Hagen Ulrich Fantasyromane für junge Erwachsene. Dem Weihnachtsmarkt Bonn virtuell mit diesem Portal verbunden und immer auch noch beratend tätig, wenn es im Großraum Bonn Probleme mit Bienen, Wespen und Hornissen gibt.

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