AllgemeinPolitik

Außenministerin Baerbock gegen Waffenruhe zu russischen Bedingungen

Niemand außer dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe den Krieg begonnen, "und wenn Putin es will, dann ist der Krieg morgen vorbei", fügte sie hinzu.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (R) während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem dänischen Amtskollegen nach Gesprächen im Außenministerium in Berlin, Deutschland, am 22. Dezember 2022. (Foto von John MACDOUGALL / AFP)
Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (R) während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem dänischen Amtskollegen. (Foto von John MACDOUGALL / AFP)

Berlin (AFP) – Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hält eine Waffenruhe zu russischen Konditionen in der Ukraine für abwegig. Diese würde den “Schrecken” der Menschen in der Ukraine nicht beenden, “im Gegenteil”, sagte Baerbock der “Bild am Sonntag”. Niemand außer dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe den Krieg begonnen, “und wenn Putin es will, dann ist der Krieg morgen vorbei”, fügte sie hinzu. Derweil versuchten die ukrainischen Behörden am Wochenende, nach einer russischen Angriffswelle die Stromversorgung in den Städten wiederherzustellen.

Baerbock sagte, leider gebe es “alles andere als ehrliche Anzeichen” für einen Abzug der russischen Truppen. Am schlimmsten sei die Lage für die Menschen in den besetzten Gebieten. “Hier fehlt es nicht nur an Strom und Wärme, nicht einmal internationale Hilfslieferungen kommen hierher durch”, sagte Baerbock. “Jeden Tag leben die Menschen in Angst vor Verschleppung, Folter, Mord durch die russischen Besatzungstruppen.”

Baerbock fordert weitere Hilfe für Ukraine

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola forderte derweil zusätzliche finanzielle und militärische Unterstützung für die Ukraine. “Dieser Krieg muss dringend beendet werden. Und die Ukraine muss diesen Krieg gewinnen”, sagte Metsola den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies bedeute “mehr Waffen für die Ukraine, mehr finanzielle und humanitäre Hilfe, mehr praktische Solidarität und mehr Sanktionen gegen Russland”.

Gay Book Fair & News Gay Book Fair & News aus der Homo-Hölle

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Samstagabend, nach der jüngsten russischen Angriffswelle am Vortag sei es gelungen, bei knapp sechs Millionen Ukrainern die Stromversorgung wiederherzustellen. Es gebe aber weiterhin Probleme bei der Wärme- und Wasserversorgung und “großflächige Ausfälle” in vielen Regionen.

“Das Wichtigste heute ist Energie”, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. “Es gibt noch viel zu tun, um das System zu stabilisieren.”

Russischer Verteidigungsminister an der Front

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Sonntag mit, Minister Sergej Schoigu sei in den “südlichen Militärbezirk” gereist und habe Truppen in den “Gebieten der militärischen Spezialoperation” besucht. Schoigu habe sich auch an die Front begeben, um mit Soldaten zu sprechen, hieß es vom Verteidigungsministerium im Onlinedienst Telegram. Die Militärführung vor Ort habe ihm Berichte über die aktuelle Situation vorgelegt.

Seit Wochen führt Russland regelmäßig Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine aus, zuletzt am Freitag. Während die Regierung in Kiew und westliche Verbündete von Kriegsverbrechen sprechen, gibt Moskau an, Einrichtungen anzugreifen, die in Verbindung mit dem Militär stehen sollen.

Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod gab am Sonntag bekannt, dass ein Mensch bei ukrainischen Angriffen getötet worden sei. Fünf weitere Menschen seien in der gleichnamigen Stadt und einem nahe gelegenen Bezirk verletzt worden, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram. Seinen Angaben zufolge wurden außerdem Häuser und Autos beschädigt.

mhe/ju

© Agence France-Presse

AFP Agence France Presse

AFP ist eine der drei globalen Nachrichtenagenturen und an 260 Standorten in 151 Ländern der Erde vertreten. Mit 2.400 Mitarbeitern verfügt AFP über eines der dichtesten Korrespondentennetze weltweit. Jeden Tag verbreitet AFP mehrere Millionen Wörter in vielen Sprachen, dazu umfangreiche Foto- und Infografikdienste sowie integrierte Multimedia-Newspakete für Online-Medien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Unabhängig geprüft
0 Rezensionen